|
S: Vor kurzem endete die alljährliche Ausstellung des KV Traunstein, die dieses Jahr in drei Räumlichkeiten stattfand. Neben der Städtischen Galerie und dem Kunstraum Klosterkirche kam eine Parallelausstellung in der Alten Wache im Rathaus hinzu.
Urteilt man nach den Presseartikeln und den Besucherzahlen - es waren in diesem Jahr 100 Besucher mehr als bei der letzten Jahresausstellung - war die Ausstellung doch ein voller Erfolg.
Der KVTS hat derzeit etwa 140 Mitglieder. Herr von Mallinckrodt, wie viele der Mitglieder des Kunstvereins Traunstein sind denn aktive Künstler?
M: Überschlagsweise sind 1/3 aktive Künstler mit einer akademischen Ausbildung oder einer langen künstlerischen Praxis , etwa 1/3 Hobbykünstler, und da ist dann noch ein 1/3 von Mitgliedern, die einfach uns als Fördermitglieder unterstützen wollen.
B: Wichtig ist, dass der Kunstverein Traunstein ein regionales Forum ist. Zunächst einmal heißt das, das ist ein Spiegel der regionalen Kunstszene und da ist es ganz normal, dass die Qualität unterschiedlich ist. Für mich ist es schon eine Aufgabe des Kunstvereins, das Bewusstsein für Qualität zu schärfen, oder die Auseinandersetzung mit Kunst einfach ins Zentrum der Arbeit zu stellen. Was unter anderem ja vor allem in den Jahresausstellungen passiert, die immer juriert sind. Es gibt die Frühlingsausstel-
lung, die ausschließlich auf Zeichnungen beschränkt ist, auf kleine Formate, auf Druck-
graphik. Nicht zu vergessenist es, dass diese Aufgabe in Einklang zu bringen ist mit dem großen Anliegen von vielen Mitgliedern, auszustellen.
S: Damit wär ja ein Punkt der Satzung erfüllt, weil es heißt dort unter anderem in der Zielsetzung: einen möglichst „breit gefächerten Querschnitt“ und auch Kunst „in den Grenzbereichen“ darzustellen und das wäre jetzt gegeben durch diese beiden Möglichkeiten, einmal juriert und einmal nicht juriert.
M: Man ist ja immer auch ein bisschen interessiert, Mitglieder zu bekommen. Also unsere Bedingungen, in den Verein aufgenommen zu werden, sind da relativ locker.
Es bewerben sich auch andere Künstler von außen, z. B. aus Heidelberg, München, Bad Wörishofen, Berlin usw..
Finanziell ist es schwierig, über die beiden Ausstellungsmöglichkeiten in Traunstein hinauszugehen. Es sei denn, dass wir den Modus auf eine ganz andere Art und Weise erstellen, um die finanzielle Basis zu verbessern, um mehrere Ausstellungen zu veranstalten und mehr andere Aktivitäten auch. Ein breitgefächerter Querschnitt entsteht bei der Jahresausstellung automatisch und dann haben wir da noch „in Grenzbereichen“, da muss sich natürlich der einzelne Künstler, der da kommt, auch hineinwagen, das können wir nicht, wir können sie nur annehmen und sagen das ist toll, das ist spannend.
Ein Beispiel hierfür wäre unser Mitglied Helmut Mühlbacher, der Landschaftsarchitekt und ausgebildeter Künstler ist. Seine Konzeptkunst umfasst sowohl ökologische, städteplanerische als auch künstlerische Ansätze der Gegenwart.
B: Vielleicht sollten wir das doch ein bisschen differenzieren. „Breit gefächerter Querschnitt“, was heißt das? Das heißt zum Einen, ein Querschnitt durch die regionale Kunst, ein Spiegel der Mitglieder, aber es heißt natürlich auch, ein Querschnitt durch alle Gattungen, durch alle Techniken der bildenden Kunst und auch durch die verschiedenen Stilrichtungen. Bei der zeitgenössischen Kunst kann man ja jetzt nicht mehr sagen, es ist jetzt Realismus oder es ist jetzt Minimalismus angesagt, sondern es existiert Vieles nebeneinander. Ich finde es wichtig zu unterscheiden: Es geht nicht darum, möglichst viel auszustellen, möglichst bunt das Ganze zu machen, was immer etwas von einem Kunstflohmarkt hat und beliebig erscheint, sondern schon zu versuchen, in einer Jahresausstellung bestimmte Linien deutlich sichtbar zu machen. Der Besucher hat nämlich den Überblick verloren, und das finde ich ein Ziel von solchen Gruppenausstellungen, es deutlich zu machen, welche Richtungen es gibt. In diesen einzelnen Richtungen müssen die Arbeiten nach Qualität ausgesucht sein.
S: Da wollte ich grad einsteigen: "Von der Qualität her bezogen!" Mir fiel jetzt gleich der Bezug zur diesjährigen Biennale ein, dem italienischen Kurator, der also 100 Künstler ausgesucht hatte, und auch wirklich Wald- und Wiesenkünstler jeglicher Art, ohne auf die Qualität zu achten und es war schon wahnsinnig frustrierend, das zu sehen. Und das ist in den letzten Jahres des Kunstvereins in den Jahresausstellungen doch ganz anders gewesen, da war eben die Qualität relativ hoch angesetzt.
B: Wobei man sich natürlich auch darüber unterhalten kann, was macht die Qualität eines Kunstwerks aus und was macht auch die Qualität einer Gruppenausstellung aus?
Da gehen die Meinungen auseinander, und es ist auch nicht, glaube ich, dass man sagen kann es gibt einen Grund dafür, warum das Kunst ist oder nicht, sondern es ist erst einmal die grundsätzliche Überlegung: Ist Kunst Dekoration oder hat Kunst etwas mit unserer persönlichen und gesellschaftlichen Wirklichkeit zu tun? Sehe ich in diesen Werken in irgendeiner Art und Weise die Gegebenheiten der Welt? Dies wäre z. B für mich ein wichtiges Kriterium für Kunst.
M: Diese Form der Kunstbetrachtung ist immer wichtiger geworden. Auch bei alter Malerei kann man diese Interpretionen anwenden. Es ist doch oft beides: es ist nicht nur handwerklich wunderbar, sondern die Form dient der Vermittlung inhaltlicher Aussagen. Komposition, Malgegenstand und Malweise geben versteckte Informationen an den Betrachter weiter, der diese vielleicht gar nicht bewusst aufnimmt, sondern eher intuitiv. Ich denke da zum Beispiel an Goya mit seinen Habsburger-Porträts, die ja durchaus kritische Interpretation sind und nicht 1:1 Umsetzungen oder, was es auch gibt, Beschönigungen.
S: Gehen wir mal konkret von der Situation in der Kunstvereins-Jury aus. Ich glaube, einige der Künstler, die ihre Arbeiten einreichen und eventuell ausjuriert werden, verstehen dies dann nicht, und fragen sich nach den Kriterien. Hat die Jury die Gesamtausstellung im Kopf oder geht es dann nur um den einzelnen Künstler beim Betrachten?
B: Die Arbeit in der Jury ist eine komplexe Sache. Es sind einfach wieder mehrere Punkte, die da berücksichtigt werden. Es ist keine Jury, die über einen Pool an wunderbaren Bildern verfügen könnte. Sondern wir haben ein beschränktes Maß an Bildern zur Verfügung, mit der Auflage, dass es Kunstvereinsmitglieder sind und es um die große Kunstvereins-Jahresausstellung geht. Aus dem Vorhandenen muss das Beste ausge-
sucht werden, um eine attraktive und gute Ausstellung zusammen zubringen.
Was ist das Kriterium für das Beste? Das ist zum Einen diese Repräsentativität für bestimmte Kunstrichtungen, das ist zum Anderen das Übereinstimmen von Form und Inhalt. Es ist auch, was für viele Menschen der erste Anhaltspunkt ist, das kommt für mich nicht an erster Stelle, die handwerkliche Präzision und das handwerkliche Können. Es spielt außerdem eine Rolle das Gesamtwerk des Künstlers mitzubedenken; Wir jurieren ja nach Fotovorlagen, diese können oft das Original nicht wiedergeben. es gibt bestimmte Richtungen in der Kunst, z.B. gestische und informelle Malerei, da sind Fotos, zumal unprofessionelle, einfach völlig ungeeignet für die Beurteilung.
M: Ich sitze ja nur dabei, und das ist auch gut so. Wir wollen ja die Jury möglichst unabhängig haben im Kunstverein. Einreichende Künstler können nicht in der Jury sitzen. Wir handhaben das so, und das finde ich redlich.
S: In der Satzung steht auch, künstlerische Veranstaltungen sollte man organisieren. was wird darunter verstanden?
B: Was versteht man unter künstlerischen Veranstaltungen? Was ist es, was die Arbeit eines Kunstvereins noch prägt über das Ausstellung-Machen, -Bestücken hinaus. Ich denke, da gab es verschiedene Versuche mit Podiumsgesprächen oder runden Tischen und einem Vortragsthema usw. Ich glaube, dass wir im Ver-
gleich zu Zeiten der klassischen Moderne oder auch zur Nachkriegszeit oder auch zu den politisierten 1960er Jahren es mit einer veränderten gesellschaftlichen Wirklichkeit zu tun haben. Es besteht bei Künstlern kein Bedürfnis mehr, sich in Gruppen zu organisieren, in denen dann nach intensiven Gesprächen Kommunikees und Manifeste veröffentlicht wurden. Im Rahmenprogramm der Jahresausstellung sind z. B. Künstlerge-
spräche fester Bestandteil. Das ist konkrete Vermittlungsarbeit zwischen Künstlern und Publikum. Das sind dann geführte Ausstellungsrundgänge durch die Jahresausstellung, die begleitet werden von ausstellenden Künstlern, die zu ihrer eigenen Arbeit etwas sagen können, und auf Fragen des Publikums antworten. Das empfinde ich als eine sehr fruchtbare Sache. Der Künstler wird live erlebt, er kann seine Position selber distanziert sehen und darstellen, und fürs Publikum ist es oft interessanter, den Schöpfer eines Werks selber sprechen zu hören, als z. B. eine kunsthistorische Interpretation, die ja zu so einem Gespräche hinzukommen kann.
S: Bei der letzten Ausstellung fanden diese Künstlergespräche im Kunstraum Klosterkirche und in der Städtischen Galerie erst am letzten Tag statt. Sollte man das nicht häufiger und früher anbieten? Es ist ja dann auch Werbung für die Ausstellung. Ich bin überzeugt, dass das Künstlergespräch in der Alten Wache zur Parallelausstellung „daily sculptures“ mit beigetragen hat, dass die Leute dann in die Ausstellung gegangen sind. Zwar wenig, aber immerhin, und wenn man solche Gespräche während der 3 oder 4 Wochen veran-
stalten könnte, würde das auch eine Lebendigkeit der Ausstellung bewirken.
B: Ja ganz bestimmt. Das ist dann eine organisatorische Sache. Man braucht natürlich auch das Publikum, man muss sich schon auch behaupten können, bei der Vielfalt der Veran-
staltungen, die es gibt.
S: Wenn ich das vergleichen würde mit Ihren Ausstellungen in der Städtischen Galerie, Frau Bader, da kommen die Leute ja auch zu den Künstlergesprächen, und wenn diese Sache, die Künstlergespräche bei den Kunstvereinsausstellungen auch Tradition geworden ist, dann glaube ich, dass sich das dann auch einspielt, dass die Leute dann auch kommen.
B: Für mich ist das eine gute Richtung, diese gute Zusammenarbeit zwischen der Städti-
schen Galerie und dem Kunstverein. Da ergänzt und befruchtet sich vieles gegenseitig. Da war z. B. auch die Sache mit den „offenen Ateliers“, auch das eine Möglichkeit, bei der das Publikum direkt in die Räume der Künstler kommt und das Gespräch sucht. Städtische Galerie und Kunstverein haben doch das gemeinsame Ziel, die Kunst als einen lebendigen wichtigen Faktor zu etablieren.
S: Der Kunstverein hat ja keine eigenen Räumlichkeiten und so werden die Räumlichkeiten für Ausstellungen dem Kunstverein von der Stadt Traunstein zur Verfügung gestellt. Inwiefern passen die Ausstellungen des Kunstvereins in den städtischen Räumen zu ihrer Zielsetzung als kommunale kulturelle Einrichtung?
B: Das passt sehr gut rein. Also ich bin da sehr froh, das ist für mich eine ganz wichtige Ausstellung im Jahresprogramm. Das Jahresprogramm der Städtischen. Galerie versucht ein bisschen über das Regionale hinauszugehen und da unterschiedliche Stimmen und Richtungen zu zeigen und trotzdem ist die Städtische Galerie Traunstein natürlich das Forum für die regionale Kunstszene, die qualitativ gute, regionale, lebendige Kunstszene.
M: Das ist eine gute Sache, dass wir die Städtische Galerie haben mit einem Programm, das einmalig ist in der Region, ich kenn da keine andere. Von Ebersberg bis Salzburg gibt es kaum etwas Vergleichbares. Ich weiß nicht, ob sich in Traunstein in der Basis sehr viel verändert hat, im Verständnis. Aber da ist wie überall Geduld erforderlich. Auf den Kunstverein hat sich aus meiner Sicht die kulturelle Entwicklungen der letzten Jahrzehnte in Traunstein positiv ausgewirkt. Das Bewusstsein für z.B. die Herausforderungen an eine kuratorische Arbeit ist gewachsen. Auch im Kunstverein und in der Jahresausstellung. Die Tatsache, dass wir so einen breit gefächerten Querschnitt in der Anlieferung für die Jahresausstellung haben und die Tatsache, dass da überhaupt keine Ordnung drin ist, bringt natürlich viel Arbeit mit sich, die Erfahrung in der Ausstellungsgestaltung voraussetzt.
Über Jahre haben wir immer wieder versucht, ein Thema zu den Jahresausstellungen zu finden. Aber die Künstler haben zum Großteil keinen Spaß an einer thematischen Ausstellung und fühlen sich durch ein Thema eingezwängt, auf der anderen Seite gibt es doch einige, die haben wieder Spaß dran und finden, nur mit einem Thema kann man auch ein bisschen Ordnung reinbringen.
B: Wir variieren ja immer. Einmal ohne einmal mit Thema. Bei Themenausstellungen finde ich es wichtig, dass das Thema tatsächlich auf den Nägeln brennt, dass man sagt, da möchte ich jetzt hören oder sehen, was die Künstler dazu zu sagen haben. Also ich erinnere mich an das Thema „Heimat“, das dann immer häufiger als Sujet in den Feuilletons und in der Kultur aufgetaucht ist. Da war der Kunstverein in Traunstein früh dran. Auch das Thema „Blaumachen“ war gut. Ein Thema darf nicht übers Knie gebrochen sein. Ein Thema einer Ausstellung sollte immer Anregung und Anreiz sein und nicht Beschränkung für die Künstler, oder?
M: Warum ist die Jahresausstellung interessant, warum ist sie besser geworden? Jetzt kommt natürlich genau das, was Frau Bader sagt, man muss diese Unordnung zusammenbringen. Es ist jedes Mal wirklich gut geglückt, würde ich sagen. Ich hab schon mal die provokante Idee gehabt, die ganzen ästhetischen Grenzfälle hängen wir nur in einen Raum und die Guten in einen anderen, und man sagt nichts dazu; ob das den Menschen überhaupt auffällt? Dann wäre der Querschnitt und das Faire weg in dieser Kunstpräsentation.
S: Was die Satzung aber vorschreibt.
Ein Bestandteil der letzten Ausstellungen waren die Präsentationen von Künstlern von außen, von Nichtmitgliedern des Kunstvereins. Ich glaube, es waren diesmal 20%. Von einigen KV-Mitgliedern wird dies kritisiert, dass man überhaupt „Gäste“ mit hereinnimmt.
B: Wir können auch Arbeiten aufnehmen von Nichtmitgliedern. Aber da ist es schon so, dass die Jury dann sagt, brauchen wir den? Da haben wir tatsächlich die Freiheit zu sagen, nein das ist austauschbar, beliebig. Es kommen aber dadurch auch Werke nach Traunstein, die sonst von der Bevölkerung hier nicht gesehen werden würden, bei denen die Jury der Meinung ist, das ist interessant, das ist wichtig, das bringt einen neuen Aspekt in die Ausstellung. Das ist für die Besucher interessant, auch aber für die Kunstvereinsmitglieder, die dann dadurch vielleicht mit etwas Neuem, Anderem konfrontiert werden.
S: Die Bienen in diesem Jahr z.B..
B: Ja, wie z. B. dieses Jahr das Video „die Bienen“. Wir können ja auch ruhig zugeben, dass wir schauen, wo die Arbeit in jüngster Zeit ausgestellt war. In diesem Jahr gab es keine einzige Videoinstallation von Kunstvereinsmitgliedern. Video und Multimedia sind aber ein wichtiger Bereich zeitgenössischer Kunst. Von außen bietet uns jemand dieses Video an, das in der Jahresausstellung „tierisch“ vom Haus der Kunst in der dortigen diesjährigen großen Kunstausstellung gezeigt worden ist, da sage ich wunderbar, diese Gelegenheit nehmen wir wahr.
S: Das kann ja sehr inspirierend für Leute des Traunsteiner Kunstvereins sein, sich eventuell mal Gedanken zu machen, anders zu arbeiten. Das ist doch ein ganz wichtiger Aspekt dabei. Die Teilnahme von Ausstellern von außen kann doch etwas sehr Fruchtbringendes sein.
M: Es ist natürlich auch interessant, dass man hier Sachen wie die Bienen oder wie auch damals die Badewanne von Gregor Passens. Seitdem ist der Passens so weit rumgereist, dass wir den nicht mehr kriegen. Aber der hat so eine spannende Sache damals gemacht … Ich finde so was lockert auch auf. Wenn ich also diese Bienen sehe, oder den Fenninger mit seiner Dame mit dem Ball im Mund in der diesjährigen Ausstellung, das ist schon interessant. Warum sind jetzt 30 % mehr Besucher gekommen? Weil die Ausstellung so gut zusammengestellt war!
B: In diesem Jahr waren wirklich eklatant viel mehr Besucher in der Ausstellung, es waren 100 mehr wie sonst bei gleicher Ausstellungszeit und das bedeutet für unseren Rahmen schon eine gute Steigerung. Und natürlich fragt man sich dann, woran das liegt. Und ich glaube es ist ein Bündel von Gründen. Es war sicher auch von Vorteil, dass wir dieses Mal nicht nur in der Klosterkirche und in der Galerie die Ausstellung zeigten, sondern auch noch den zusätzlichen Ausstellungsraum der Alten Wache hinzunahmen. Das hat ein reges, wechselseitiges Hin- und Herschicken ausgelöst. Vielleicht hängt es auch damit zusammen, dass mehrere große Banner im öffentlichen Raum auf die Galerie aufmerksam machen..
S: Diese Banner sind ja wirklich sehr ansprechend gestaltet, ob das jetzt die Städtische Galerie oder die Musikschule betrifft, die Banner sind wirklich gut gemacht.
M: Wo hängen die überall?
S: Überall an den Stadteingängen, aber auch z. B. am Karl-Theodor-Platz oder an der Äußeren Rosenheimer Straße. Die sind auch wirkliche Hingucker, diese Banner, also die sind einfach gut gemacht. Die Aufmerksamkeit der Leute für die Städtische Galerie ist größer geworden durch die Renovierung der Ausstellungsräume in den letzten Jahren. Der Ruf der Städtischen Galerie ist in den letzten Jahren enorm gewachsen. Ich denke, dass sie gefragt ist, die Städtische Galerie, bei den Künstlern zwischen Salzburg und München.
Aber jetzt nochmal zurück zur Ausstellung in der Alten Wache. Die nannte sich ja „Kunst im Dialog“, und dies soll ja wohl weitergeführt werden in den nächsten Jahren. Gibt’s da schon Ideen und Gedanken dazu?
M: Nein, ich glaube da gibt’s noch keine Ideen, aber der Start mit den „daily sculptures“ war viel versprechend.
B: Diese Parallelausstellung in der Alten Wache soll eine wirkliche Alternative zur traditionellen Jahresausstellung sein und der Forderung in der Satzung entsprechen, dass auch Grenzbereich der bildenden Kunst gefördert werden. Es sollte eine weitergehende Auseinandersetzung sein, sei es vom Formalen, sei es vom Inhaltlichen her, mehr Veranstaltungs-, Performancecharakter haben.
S: Das würde wahrscheinlich auch ein jüngeres Publikum anziehen, das ja auch wichtig ist für diese Ausstellungen. Außerdem: was kann der Kunstverein tun, dass junge Talente gefördert werden? Kann man, ganz grob gesagt, einfach darüber nachdenken, irgendeinen Workshop durchzuführen? Mit jungen Leuten und mit Künstlern. Über Organisation und Finanzierung muss man sich natürlich dann Gedanken machen, aber ich könnte mir vorstellen wenn man sagt, man macht mit Künstlern einen Workshop über drei Tage, mit Altersbegrenzung, dass dann ein Teil von der Stadt subventioniert wird und ein Teil kann vielleicht auch der Kunstverein tragen und einen kleinen Beitrag muss jeder Teilnehmer selbst tragen. Das fände ich auch eine sehr lebendige Sache, dass in der Richtung auch etwas geschieht.
B: Ja das fände ich eine gute Anregung. Stichwort: kulturelle Bildung, außerschulische Orte der Kunst- und Kulturförderung. Es werden z.B. nächstes Jahr im Rahmen eines bayernweiten Festivals zwei Schulprojekte umgesetzt, in denen die Jugendlichen mit Künstlern, auch aus dem Kunstverein, zusammenarbeiten. Die Schulprojekte werden gefördert vom Staatsministerium, darin enthalten ist ein Honorar für die beratenden Künstler. Das ist klasse.
Es ist eine gute Sache Schulen, Kultureinrichtungen der Stadt plus freie Künstler zu vernetzen.
S: Unbedingt, es gibt ja „Kids“ – „Künstler in die Schulen“, das ist ein Förderprogramm des Kultusministeriums. Da können dann auch Lücken geschlossen werden, wenn es um Gelder geht. Und das wäre dann auch der Topf, wo man versuchen könnte, über den Kunstverein noch an Gelder heranzukommen. Der Kunstverein könnte sagen, wir machen jetzt etwas für junge Menschen bis 22, ich sag mal, einen Workshop mit irgendeiner besonderen Art von Kunst und die steht unter der Leitung eines Künstlers. Die Leute müssen natürlich aus dem Landkreis stammen und dann gibt es Leute, die sich auch darum kümmern und es gibt einen Künstler oder zwei Künstler, die dann nur mit den jungen Menschen arbeiten und andere, die sich zur Verfügung stellen, um das Organisatorische zu übernehmen. So ist es bei uns an der Schule gelaufen mit den Künstlern, mit denen wir gearbeitet haben. Und das war u. a. eigentlich das Beste, was ich in meiner Schulzeit gemacht habe.
M: Ich zitiere ja immer die Geschichte, wo ich am Anfang meiner Tätigkeit als Vorsitzender des KV, das ist jetzt schon fast 10 Jahre her, wo ich da mal die Kunsterzieher aus den verschiedenen Gymnasien aus dem Landkreis zusammengeholt habe. 5 – 6 waren wir, die Resonanz war eher gering. Sind Sie dabei gewesen?
B: Nein, ich habe dann nur das Ergebnis gesehen mit Arbeiten aus dem Gymnasium Laufen, mit Kunsterzieher Wolfgang Brunner, glaub ich.
M: Die Zusammenarbeit mit Herrn Brunner war eine tolle Sache. …
Grundsätzlich gibt es nur ganz wenige Leute, die im Kunstverein die Dinge machen, wie z. B. die Öffentlichkeitsarbeit. Hier möchte ich z. B. diese Geschichte mit den Bubbles (Ausstellung „daily sculptures“ in der Alten Wache) erwähnen. Wir haben alles hinsichtlich Öffentlichkeitsarbeit getan, was wir tun können, aber wenn wir noch mehr machen, wäre es besser. Es sind Einladungen und Messages rausgeschickt worden, trotzdem waren zu wenig Leute da.
Und manche haben die Tragweite der Ausstellung gar nicht verstanden und nicht genau hingesehen, die haben nicht einmal gemerkt, dass da kleine Figuren in diesen Bubbles drin waren und dass der Papst neben dem Müllhaufen von dem Staubsauger steht.
B: Ich würde da die Latte nicht so hochlegen, auch wenn man natürlich immer wieder über mangelnde Resonanz enttäuscht ist. Was hat der Kunstverein in Traunstein für eine Aufgabe? Es ist gut, es ist ohne Wenn und Aber einfach gut, wenn solche Sachen ausgestellt werden. Wer genauer hinschauen will, wird es tun. Man kann das nicht diktatorisch einfordern, obwohl man es manchmal gern tun würde, aber das geht nicht. Sondern man muss sich behaupten mit der anspruchsvollen Kunst in einem riesigen Wirtschaftsspielfeld, wo so viele Reize und Angebote kommen. Umso wichtiger ist es, dass der Kunstverein kontinuierlich seine Arbeit leistet. Dass man oft enttäuscht ist, wenn das Interesse in der Öffentlichkeit nicht groß ist, ist menschlich, da muss man sich immer wieder aufrappeln und weitermachen. Es ist eine Frage der Haltung: ich denke, dass Kunst eine große Aufgabe in der Gesellschaft hat, und der Kunstverein ist ein Garant dafür, dass in diesem Bereich nicht der Markt und das Gefällige regiert.
M: Junge Künstler so zwischen 19 und 30 Jahren, die wären interessant, junge Menschen, die hier leben und arbeiten. Vielleicht sollten wir doch nochmal so einen Versuch machen. Vielleicht könnte das ja mal der Professionelle in unserer Runde hier machen? Vielleicht könnten sich die Kunsterzieher der verschiedenen Schulen mal zusammensetzen, um herauszufinden, was können wir machen, wie können wir junge Menschen in das aktuelle Kunstgeschehen einbeziehen?
S: Ich glaube es ist eine ganz schwierige Sache. Kunsterzieher müssen von sich aus motiviert sein, was anderes zu machen, als nur „den Lehrplan zu erfüllen", und wenn das der Fall ist, kann sich ganz viel entwickeln in Zusammenarbeit mit den Schülern, in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein und der Städtischen Galerie. Ich erinnere mich, wie schwierig das war, 2008 als es das Kunst()räume Projekt in Traunstein gab, überhaupt Traunsteiner Schulen zu bekommen, die da mitmachen wollten. Es blieb dann letztendlich unsere Realschule über und das AKG. Und das AKG ist dann auch noch ausgestiegen. Also das liegt einfach an der Bereitschaft der Kunsterzieher.
B: … und auch am Engagement. Das kann man nämlich nicht im Rahmen des normalen Unterrichts erfüllen. Aber vielleicht wäre es für die Zukunft eine Idee, dass man einen speziellen Tag für Schulen macht, während der Jahresausstellung. Man könnte einfach einen Tag festlegen, und alle Schulen in Stadt und Landkreis darüber informieren. Da muss man sich dann natürlich überlegen wie man durch die Ausstellung führt? Aber das können wir vielleicht festhalten, für nächstes Jahr, probieren wir es mal aus. Das sind dann 30 - 40 Schulen, die angeschrieben werden, und, ich will jetzt da nicht Schwarzmalen, wenn dann drei oder vier kommen, dann ist das, glaube, ich ein gutes Ergebnis..
M: Das könnte ja auch ganz gemischt sein. Da könnten Grundschulen, Realschulen und Gymnasien zusammen erscheinen. Es gibt ja einen tollen Mix manchmal, oder?
B: Je größer die Gruppe, desto schwieriger ist es, sie zu handhaben, aber über die organisatorischen Details kann man sich dann schon einigen. Vielleicht kann man das so formulieren: „Der Kunstverein öffnet sich den Schulen“. Man sollte das einfach für nächstes Jahr festhalten: die offenen Ateliers, Künstlergespräche, ein Tag für die Schulen.
S: Das ist eine sehr gute Idee, weil die Schulen dann einfach auch eingebunden werden in das aktuelle Kunstgeschehen des Landkreises, der Stadt Traunstein, und die Schüler dann das kennen lernen, was um sie herum passiert. Ich denke, wenn ich jetzt noch in der Schule gewesen wäre, ich wäre natürlich in die Dialogausstellung in der Alten Wache gegangen und die Schüler hätten einen Riesenspaß dabei gehabt. Und sie hätten Ideen weiterentwickelt. Die Ausstellung hat mich sofort angeregt, ich hab sofort wieder als Lehrer gedacht: z.. B. der „Staubsaugerbeutel“ oder die „goldene Nase“ oder die farbigen Eimer. Das sind ja alles Dinge, mit denen ich mit den Schülern arbeiten kann. Und wenn da ein bisschen was passiert, auch mit Hilfe des Kunstvereins, dass sich da eine Lebendigkeit in den Schulen entwickelt, glaube ich, wäre viel geschehen.
Ich glaube, wenn es in Kommunen eine ganz lebendige Kunstszene gibt, dass die dann auch politisch sein kann, zumindest von der Vorstellung her. Wenn sich in einer Kommune eine lebendige Kunstszene darstellt, dann trägt das weiter, da bin ich überzeugt davon.
M: Kunst kann ja auch ein bisschen politisch sein. Kritik ist ja immer mit drin.
B: Das kann nicht nur ein bisschen politisch sein, sondern jede Kunstäußerung denke ich, ist in irgendeiner Form politisch, und sei es, indem sie sich unpolitisch geriert.
S: In diesem Zusammenhang können wir ja auch mal über die leidige Definition von Kunst reden. Das ist ja auch so unglaublich schwierig, und immer wieder treten die Leute mit der Forderung an uns heran: Jetzt erklären Sie uns doch mal, was Kunst ist? Man kann das nicht so einfach erklären. Und Sie, Frau Bader, haben das ja vorhin an einigen Beispielen schon versucht, welches die Kriterien sein müssen. Ich würde das genauso sehen. Es ist ein ganz, ganz weites Feld. Man kann vielleicht eher sagen, dass ist jetzt keine Kunst, weil vielleicht der Bereich des Kitsches reinkommt und etwas zu bekannt, zu abgedroschen oder zu banal ist. Leichter ist es ausschließen, Kunsthandwerk und Kunst zu unterscheiden z.B. Aber was nun wirklich Kunst ist, das ist einfach ein schwieriges Feld.
B: Es ist ein schwieriges Feld!
S: Und da kommt dann auch noch die Vermarktung dazu, die eine ganz wesentliche Rolle spielt, wo dann plötzlich Leute gepuscht werden, die es wirklich nicht verdienen. Das ist so wahnsinnig, was da passiert!
B: Auch im Regionalen gibt es einen Kunstmarkt oder vorgefertigte Meinungen, wer ein angesehener Künstler ist oder nicht. Vermarktbarkeit ist nicht gleichzusetzen mit Qualität. Ich behaupte, dass es Kriterien für professionelle Kunst gibt, z.B. die Ausbildung und die Ausstellungsbeteiligungen und -orte. Es gibt sehr, sehr gute Autodidakten, es muss nicht jeder ein akademischer Künstler sein, aber die wirklich guten Autodidakten sind selten. Ich lehne es ab zu behaupten, dass „Kunst Geschmackssache“ sei.
S: Diesbezüglich gab es ja auch mir gegenüber folgende Äußerung: Gott sei Dank entscheiden wir aus dem Bauch heraus, was Kunst ist und nicht nach den Vorstellungen von Akademikern. Man kann Kunst nicht aus dem Bauch heraus definieren. Und wenn ich die einfachsten Kriterien nehme, dass ich nur sage, formale, handwerkliche Dinge spielen eine Rolle, das ist das einfachste, da kann man eben sehr wohl Unterschiede feststellen. Das wär jetzt der Bereich wo es ums „Können“ geht.
Aus dem Bauch heraus entscheide ich vielleicht, was mir gefällt, aber nicht was Kunst ist.
B: Auch eine Jury, die sich über bestimmte Kriterien einig ist, wie Kunst beurteilt werden muss und darf, kann sich täuschen. Es ist so, dass die verschiedenen Jurymitglieder natürlich Vorlieben haben und Sachen, die sie weniger gern sehen. Aber ein Jurymitglied muss in der Lage sein, zu objektivieren. Und muss sagen können, gut mit dem kann ich persönlich jetzt nicht so viel anfangen, aber es ist repräsentativ für eine bestimmte Bildsprache und das hat gar nichts mit Geschmack zu tun.
S: Das ist eigentlich genau der Auftrag, der dann für so eine Jury da ist. Dass ich mich von meinen Vorstellungen distanzieren muss. Das ist das gleiche, wie wenn jemand einen Workshop macht als Künstler. Ich muss mich dann distanzieren von meiner eigenen Richtung, und ich muss das nehmen, was bei den einzelnen Menschen da ist, darauf muss ich aufbauen, und das muss ich weiterentwickeln. Nur da kann das dann wirklich lebendig werden und für den Teilnehmenden oder für den Künstler auch profitierend sein.
M: Ich glaube diese Geschmackssache ist sowieso eine blöde Sache. Geschmackssache klingt ja fast ein bisschen wie Gastronomie, also wenn die Suppe so ist und das Schnitzel so, dann ist es mal italienisch, mal norwegisch, dann kriegen wir Fisch. Wenn ich mir z.B. den Katalog von Grisebach-Ausstellung anschaue. Die haben die klassische Moderne bis Kunst der Gegenwart..
B: Das ist ein Auktionshaus, oder?
M: Es ist ein großes, das größte deutsche Auktionshaus und erfolgreichste. Es ist ein Herr Schulz, Bernd Schulz in Berlin, die haben dieses Jahr 50 Mio umgesetzt. Und jetzt bei der letzten Ausstellung 28 Millionen. Viele Bilder sind mit 50.000,-- € angesetzt oder mit 5.000,-- und sind doppelt so teuer verkauft worden. Andere bleiben genau da hängen, wo sie sind und relativ wenige sind zurückgegangen. Und ich hab mir so gedacht, jetzt guck ich mir die mal an, was gefällt mir da? Und warum ist dieser Künstler nicht gegangen? Und dann denk ich mir, das ist kein gutes Bild, es ist nicht gut gemalt, da stimmt etwas nicht. Und diese Tausende von Bietern! Es zeigt, wie der Markt häufig vom Begriff Geschmacksache gesteuert wird.
Ich glaube, Menschen, die mit Kunst umgehen, und versuchen, Kunst zu verstehen und zu sehen, die würden sowas nie sagen. Und wenn sie es sagen, dann meinen sie , ich kann z.B. mit den modernen Sachen jetzt nicht so viel anfangen. Es ist ja auch schwierig, unsere ganzen Abstrakten, wie z. B. der Nay, witzigerweise ist der bei Grisebach gut verkauft worden. Der Baselitz ist verkauft worden, für einen Haufen Geld. Bekanntlich stehen seine Bilder auf dem Kopf drehst Du sie um, dann ist es ist ein ganz normales Bild, ein herrliches Bild. „Geschmackssache“, das würden die ganzen Leute, die ich kenne und die Kunst bei sich zuhause hängen haben und auch einkaufen, das würden sie nie sagen – das ist meine Ansicht.
B: Es ist nicht das, was sich am besten verkauft, deswegen gleich Kunst, und es ist auch nicht das Kunst, was dem persönlichen Geschmack entspricht. Der Kunstverein ist Gott sei Dank kein wirtschaftlich arbeitendes Unternehmen, sondern es ist ein Verein für die Auseinandersetzung mit Kunst. Vielleicht kann man sich da darauf einigen, dass Kunst möglichst unabhängig vom Markt, von persönlichen Geschmäcklereien sein sollte. .
M: Nochmal zu der Frage, wie die Gastkünstler ausgewählt werden. Ich glaube, das ist jetzt eher eine Wischi-Waschi-Antwort: durch Suchen und Finden. Das ist immer so zustande gekommen, dass man in der Runde rumfragt. Ich habe Ideen, andere Mitglieder haben Ideen, Frau Bader hat Ideen. Der Tafelmaier, der Gastkünstler der diesjährigen Jahresausstellung z.B., ist mir aufgefallen in Neubeuern in einer Ausstellung. Der Tafelmaier gefiel mir da sehr gut, und da habe ich ihn einfach angesprochen. Und Frau Bader und ich sind zum ihm ins Atelier nach München gefahren, und es hat uns beiden gut gefallen. Frau Bader hat dann die Serie für Traunstein herausgesucht. Aber die Gastkünstler bewerben sich nicht, es ist eben eher ein Suchen und Finden.
B: Da der Kunstverein keine eigenen Räume hat, kann er nicht ganze Ausstellungen für andere Künstler ausrichten, aber zur Jahresausstellung versucht man schon, interessante Positionen eines Künstlers etwas umfangreicher zu präsentieren..
S: Vielleicht sollten wir nun zum Abschluss des Gesprächs auf die Website des Kunstvereins Bezug nehmen. Ich kann mir vorstellen, dass da auch was Lebendiges passieren kann, dass man irgendwas finden kann, wo ein Künstlergespräch auch abgedruckt wird oder in irgendeiner anderen Form auch ein Kunstwerk besprochen wird. Das ist jetzt einfach eine Arbeitsidee. Jetzt sind die Fotos der letzten 4 oder 5 Jahresausstellungen auf der Startseite und da kommt nun das Gespräch dazu. Man kann aber in einem halben Jahr oder in 4 Monaten was anderes machen.
Es wäre doch auch möglich, dass man den Mitgliedern des Kunstvereins anbietet, per Schreiben, dass auch sie aktiv werden können, wenn sie wollen.
B: Das wichtige bei einer Internetseite ist einfach die Aktualisierung, und dass sie lebendig bleibt, ansonsten ist sie ein Grab.
S: Das war es ja auch bisher und ich möchte das jetzt als aktuelles, aktives und lebendiges Forum für den Kunstverein herrichten. Und da könnten jetzt Gedanken dazu entwickeln werden, von allen Vereinsmitgliedern.
M: Also eine Plattform für Künstler, irgendso ein Dialog, wie wir das hier machen.
S: Ja, oder auch die Einladung zu einer Ausstellung eines Mitgliedes, das kann man alles einstellen, wenn ich das rechtzeitig bekomme, und das müssen aber die Künstler wissen, dann setzen wir das vorne auf die Startseite und einen Link zu dieser Ausstellung, oder zu anderen Veranstaltungen, wie z. B. für Konzerte, Theater oder ähnliches, was mit den Vereinsmitgliedern zu tun hat. Wir müssen uns nur vergewissern, dass das alles in einem Rahmen ist, den wir als Verein vertreten können. Und zwar von der weltanschaulichen wie auch von der politischen und von der künstlerischen Seite her. D. h. man muss sich dann immer per Gespräch mit anderen Leuten besprechen und flexibel sein. Aber so, mein ich, wäre die neue Website wirklich eine ganz lebendige Geschichte und mir macht das ja wirklich Spaß, hier zu arbeiten. Da bleibe ich selber lebendig im Bereich der neuen Medien.
B: Oder z. B. eine Verlinkung machen zwischen Städtischer Galerie und Website des Kunstvereins, das trägt alles dazu bei, so eine Site aktuell und lebendig zu machen.
Wer interessiert sich für die Internetseite des Kunstvereins? Das sind zum Einen die Mitglieder selbst, die müssen neugierig sein, was ist Neues drauf, was ist eigentlich los, wo habe ich meine Plattform, um mal was von mir oder von anderen zu sehen? Und Interessenten des Kulturbetriebs generell oder Menschen, die sich dadurch als neues KuVs-Mitlied anwerben lassen.
S: Und die Leuten schauen dann nämlich, wenn etwas geschieht, weil sie neugierig werden. Ich weiß das von der Schulwebsite, dass dann die Kollegen auch soweit waren, und sich beschwerten: „Du hast jetzt schon drei Wochen nichts Neues mehr gemacht“. Die wollen dann auch was Neues sehen. An der Statistik kann man sehen, wie viele Leute die Website besucht haben. Und das erstaunliche ist, dass es wirklich pro Tag 5 – 6 Leute sind, die die Website des Kunstvereins besuchen. Wenn wir jetzt aktuell bleiben und weiterarbeiten und zeigen, dass da wirklich etwas passiert, dann werden das mehr Besucher. Und dann glaube ich, das ist ja letztendlich der Gedanke dabei, dass es auch Fragestellungen, Engagements anderer Mitglieder oder Leute aus der Öffentlichkeit gibt, dass die sich anders einklinken oder anders verlinken mit der Kunst, mit der kommunalen Kunst. Heute gehen die Leute ins Netz, und sie suchen und informieren sich dort. Und dann glaube ich, dass das zu einer lebendigeren Kunstszene beitragen kann.
M: Frau Bader sagt, wir wollen ja hier keine Vermarktung, wir sind ja keine professionelle, keine normale Galerie, die Sachen vertreibt. Aber ist das nicht auch eine Möglichkeit, dass wir in der Website Ausstellungen der einzelnen Künstler ankündigen?
S: Das ist keine Vermarktung.
M: Aber kann man nicht so eine Art Börse auf dieser Site einstellen , sodass man weiß, wenn ich mir Bilder vom Künstler XY anschaue, was kosten die denn? Z. B., oder wo kann man die erwerben?
S: Das würde dann per Link passieren von der Mitgliederseite zur privaten Website des Künstlers, da entscheidet der Künstler selbst, ob er Preise angibt oder nicht. Auf der Kunstvereinsseite, da sollte nur der Titel des Bildes und die äußeren Gegebenheiten des Werkes drauf sein, aber kein Preis.
B: Da bin ich auch dafür.
Gespräche in ähnlicher Form, Treffen von KV-Mitgliedern, Gedankenaustausch, Empfehlungen …
alles das kann von Interesse sein für unsere Website. Liebe KV-Mitglieder, es liegt auch an Euch, was
an ähnlicher Stelle alles zu lesen ist.
Friedrich Mumm von Mallinckrodt, Judith Bader, Herbert Stahl |